Tradition und züchterischer Erfolg: Ein starkes Jahr auf der Anpaarungszone Hinterhermsdorf

Der Imkerverein Pirna und Umgebung e.V. blickt auf eine lange, ereignisreiche und überaus vielfältige Historie in der regionalen Bienenzucht zurück. Die Zucht von gesunden, ertragreichen und friedfertigen Bienen war schon immer ein Kernanliegen unserer Vereinsarbeit. Schon in der Vergangenheit haben engagierte Vereinsmitglieder – darunter auch Pioniere wie unser langjähriges Mitglied Rolf Schülbe – wertvolle Aufbauarbeit auf regionalen Belegstellen geleistet und ihr Wissen an die nächste Generation weitergegeben. Es ist uns als Verein ein wichtiges Anliegen, diese tief verwurzelte historische Verbindung zur aktiven Zuchtarbeit zu pflegen. Umso mehr erfüllt es uns mit Stolz, dass wir in der äußerst anspruchsvollen Zuchtsaison 2026 auf der Anpaarungszone Hinterhermsdorf einen starken, gemeinschaftlichen Beitrag für die Region leisten durften.

Was in Hinterhermsdorf in diesem Jahr durch enormen Zusammenhalt geleistet wurde, ist Zuchtarbeit auf absolutem Spitzenniveau. Insgesamt wurden in den vergangenen Monaten 357 Königinnen erfolgreich zur Begattung aufgestellt. Mit lediglich 18 gemeldeten Verlusten über die gesamte Saison hinweg wurde ein herausragender Begattungserfolg erzielt, der für die Qualität der Station und die Sorgfalt der Betreuer spricht. Diese Zahlen sind ein klarer Beleg dafür, wie professionell hier Hand in Hand gearbeitet wurde.

Besonders erfreulich war in diesem Jahr auch der Brückenschlag zwischen Tradition und Moderne. Ein zentraler Meilenstein für den reibungslosen Ablauf war das neu eingeführte, digitale Buchungssystem. Durch die bequeme Zahlungsabwicklung und die sofortige Buchungsbestätigung entfiel der sonst übliche administrative Aufwand bei der Annahme fast komplett. Dadurch konnten die Einheiten vor Ort am Sammelplatz extrem schnell und effizient für den Weitertransport verladen werden.

Zu diesem reibungslosen Ablauf hat der Imkerverein Pirna als starker lokaler Partner maßgeblich beigetragen. Unser vereinseigener Bienen-Lehr- und Schaugarten erwies sich in dieser Saison als das zentrale Herzstück für die logistische Abwicklung. Er bot den vielen Züchtern nicht nur die willkommene Möglichkeit, ihre Einheiten vorab flexibel und unkompliziert abzugeben, sondern war auch die rettende Infrastruktur bei unvorhergesehenen Ereignissen. Als sich beispielsweise der deutschlandweite Sammeltransport aus logistischen Gründen kurzfristig auf den Sonntag verschob, konnte durch die Bereitstellung unseres Schaugartens schnell und pragmatisch reagiert werden, um den Weitertransport trotz der Verzögerung sicherzustellen. Diese Flexibilität zeichnet unseren Verein aus.

Ein weiteres essenzielles Fundament für den sicheren und verlässlichen Betrieb der Anlage war die organisatorische Absicherung. Ehrenamtliche Arbeit darf niemals ein Risiko für die Helfenden darstellen. Aus diesem Grund übernahm der Imkerverein Pirna und Umgebung e.V. in diesem Jahr eigenständig die komplette Versicherung der Anpaarungszone. Dieser weitreichende Schutz garantierte nicht nur die notwendige Absicherung der Bienenvölker gegen Haarwildschäden im Waldgebiet, sondern bot vor allem einen unverzichtbaren Personenschutz für die vielen ehrenamtlichen Helfer bei ihren teils körperlich anstrengenden Einsätzen auf dem Gelände.

Denn ein solches Projekt lebt ausschließlich vom Ehrenamt und der unermüdlichen Hingabe für die Bienen. Allein das verantwortliche Betreuerteam leistete weit über 150 ehrenamtliche Arbeitsstunden. Diese intensive Arbeit umfasste weitaus mehr als nur die Betreuung an den offiziellen Beschickungsterminen. Das unbeständige Wetter forderte von allen Beteiligten vollen Einsatz: Durch wetterbedingte Trachtverschiebungen in der zweiten Saisonhälfte mussten die wichtigen Drohnenvölker gezielt ersatzgefüttert werden, um ihre Vitalität zu erhalten. Zudem erforderten die Völker regelmäßige und überaus zeitintensive Schwarmzellenkontrollen vor Ort. Nur so konnte ein Abschwärmen erfolgreich verhindert und die gewohnte Spitzenqualität für die Züchter bis zum Saisonende gesichert werden.

Dieser immense ehrenamtliche Einsatz ist unser klares Bekenntnis zur aktiven Imker-Tradition und zur Zukunft unserer Region. Gute Genetik und sanftmütige Bienen kommen letztlich allen Imkern in und um Pirna zugute – sei es im eigenen Garten oder in der dicht besiedelten Nachbarschaft, wo friedfertige Bienen das Miteinander enorm erleichtern. Wir führen damit die züchterische Arbeit fort, die in unserem Verein seit Jahrzehnten verwurzelt ist.

Wir bedanken uns an dieser Stelle ganz herzlich beim Landesverband der Sächsischen Buckfastimker für die gemeinsame Saison und die Möglichkeit, als Verein bei diesem wunderbaren Zuchtprojekt mitzuwirken. Gemeinsam haben wir eindrucksvoll bewiesen, was durch starken Zusammenhalt und echte Leidenschaft für die Bienen machbar ist.

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Mitglied im deutschen Journalistenverband DVPJ